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Haller-Gedenkstein feierlich eingeweiht

27.09.2026 – Nach rund zweijähriger Planungs-, Vorbereitungs- und Bauzeit war es am Sonntag, dem 27. September, endlich soweit: Im Oelsnitzer Stadtwald Röhrholz konnte der neu geschaffene Gedenkstein für Franz Eduard Haller feierlich eingeweiht werden. Bei herrlichstem Altweibersommerwetter versammelten sich zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger am Parkplatz am Alten Vorwerk, um gemeinsam zum neuen Gedenkort im Neumannsgrund zu spazieren.

Dort angekommen, wurden die Gäste bereits von Nachkommen der Familie Haller erwartet. Mit einem Trompetenspiel des erst achtjährigen Yannick Gruber begann die Feierstunde und verlieh dem besonderen Anlass einen würdigen und zugleich persönlichen Rahmen. Der Vorsitzende des Heimatfördervereins, Björn Fläschendräger, begrüßte die rund 70 Gäste. Unter ihnen befanden sich auch Oberbürgermeisterin Silke Jahn, Mitglieder des Stadtrates sowie der Stadtwehrleiter der Oelsnitzer Feuerwehr, Jens Jacob.

In seiner Ansprache erinnerte Fläschendräger an das Leben und Wirken von Franz Eduard Haller, der am 9. September 1838 in Oelsnitz geboren wurde und später als Gerbermeister tätig war. Haller war jedoch weit mehr als ein erfolgreicher Handwerker. Über viele Jahre hinweg engagierte er sich mit großer Leidenschaft für seine Heimatstadt und deren Entwicklung.

Von 1884 bis 1907 war Haller als Stadtrat tätig und übernahm zeitweise auch das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters. Eine besondere Bedeutung hatte darüber hinaus sein langjähriges Wirken für die städtische Forstwirtschaft, deren Leitung er 24 Jahre innehatte.

Unter seiner Verantwortung wurde das Röhrholz nachhaltig gestaltet. Rund zehn Kilometer Wander- und Spazierwege entstanden, ebenso Beschilderungen und Wegemarken. Teichanlagen und Ruhebänke ergänzten die Infrastruktur. Damit legte Haller einen wichtigen Grundstein für das, was das Röhrholz bis heute ist: ein beliebtes Naherholungsgebiet mitten in Oelsnitz.

Ein Denkmal mit bewegter Geschichte

Franz Eduard Haller starb 1910 in Plauen. Bereits zwei Jahre später, am 13. Mai 1912, wurde ihm zu Ehren im Röhrholz an der Einmündung zum Neumannsgrund ein Denkmal errichtet. An diesem Standort befindet sich heute das Julius-Mosen-Denkmal.

Die Geschichte des Haller-Gedenksteins nahm jedoch eine unerwartete Wendung. Im Jahr 1953 musste er dem Julius-Mosen-Denkmal weichen und wurde an den Platz des Leppig-Gedenksteins umgesetzt. Damit verschwand gleichzeitig das Andenken an Leppig an seinem ursprünglichen Standort.

Mit dem Ziel, ein Stück dieser Erinnerungskultur wiederherzustellen, nahm sich der Heimatförderverein dieser Geschichte an. 2025 wurde der alte Haller-Gedenkstein am Bahndamm zurückgebaut, um den ursprünglich entfernten Leppig-Gedenkstein wieder an seinen historischen Standort bringen zu können.

Schon damals stand für den Heimatförderverein fest: Auch Franz Eduard Haller sollte wieder einen würdigen und passenden Erinnerungsort erhalten. Rund ein Jahr später konnte dieses Vorhaben nun erfolgreich abgeschlossen werden.

Ein besonderer Moment für die Familie Haller

Besonders bewegend wurde die Einweihung durch die Anwesenheit von Nachkommen Franz Eduard Hallers. Ur-Enkel Günther Haller und Ur-Ur-Enkel Frank Haller waren zu diesem besonderen Ereignis gekommen und erlebten gemeinsam mit den Gästen die Rückkehr des Gedenkens an ihren Vorfahren.

Eine besondere Ehre wurde dabei Frank Haller zuteil: Er durfte den neuen Gedenkstein feierlich enthüllen. Unter großem Applaus der Anwesenden wurde damit ein neues Kapitel in der Geschichte des Haller-Denkmals aufgeschlagen.

Im Anschluss gab Steinmetzmeister Michael Ballmann einen interessanten Einblick in die Entstehung und Besonderheiten des neuen Gedenksteins. Er erzählte den Anwesenden Wissenswertes über den Stein selbst, seine Bearbeitung und die handwerklichen Arbeiten, die notwendig waren, um das neue Denkmal in seiner heutigen Form entstehen zu lassen. Damit erhielten die Gäste auch einen Eindruck davon, wie viel handwerkliches Können und Detailarbeit hinter einem solchen Gedenkstein steckt.
 
Ein neuer Rastplatz im Röhrholz

Doch der Heimatförderverein wollte es nicht bei einem Gedenkstein belassen. Rund um den neuen Erinnerungsort entstand ein kleiner Rastplatz, der zum Verweilen einlädt. Neben dem Gedenkstein wurden eine neue Sitzbank sowie eine Informationstafel über das Leben und Wirken Franz Eduard Hallers errichtet.

Insgesamt investierte der Heimatförderverein knapp 6.000 Euro in die Neugestaltung des Platzes.

Ein besonderer Dank gilt dem Steinmetzbetrieb Ballmann, der das Projekt fachkundig und engagiert bei der Umsetzung unterstützte. Ebenso bedankt sich der Heimatförderverein bei der Sparkasse Vogtland für die Unterstützung bei der Finanzierung der Baukosten.

Ein Ort zum Erinnern und Verweilen

Mit dem neuen Gedenkstein ist im Röhrholz nicht nur ein Stück Oelsnitzer Geschichte sichtbar geworden. Es ist ein Ort entstanden, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.

Franz Eduard Haller hat mit seinem Engagement einst dazu beigetragen, das Röhrholz zu dem Naherholungsgebiet zu entwickeln, das die Oelsnitzerinnen und Oelsnitzer noch heute schätzen. Nun erinnert an genau diesem Ort wieder ein Gedenkstein an den Mann, dessen Wirken die Entwicklung des Stadtwaldes nachhaltig geprägt hat.

Der Heimatförderverein wünscht sich deshalb, dass der neue Platz künftig weit mehr sein wird als ein Ort der Information. Er soll ein Ort der Ruhe, der Erholung und des bewussten Genießens unserer schönen Heimat werden.

Ein Ort, an dem man sich gerne niederlässt, einen Moment innehält – und vielleicht auch daran denkt, wie viel Engagement einzelner Menschen dazu beitragen kann, eine Heimat für kommende Generationen zu bewahren und zu gestalten.
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